ALS - Alternative Liste Schongau
Flugblatt Nr. 32 Januar 2002 - Seite 2
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Stadtbus auf Erfolgskurs
Der Stadtbus ist ein Lichtblick die-ser
Legislaturperiode. Die steigen-den
Fahrgastzahlen lassen hoffen,
dass der Stadtbus weiter auf Er-folgskurs
bleibt.
Pellets und Solarenergie im
städtischen Wohnblock
Entgegen den Agenda-Prinzipien
wäre bei den zu sanierenden Wohn-blocks
am Julius-Leber-Ring bei-nahe
wieder die übliche fossile E-nergie
eingesetzt worden. Geplant
war eine Gasversorgung. Begrün-dung:
Für eine CO 2 -neutrale Pel-lets-
Heizung ist kein Platz vorhan-den.
Durch unsere Recherchen
konnte dieses Argument nicht zu-letzt
mit Unterstützung des zustän-digen
Planungsbüros schnell ent-kräftet
werden. Die Pelletsheizung
mit Solaranlage wurde beschlossen
– ein gutes Beispiel, wie hartnäcki-ge
Überzeugungsarbeit im Stadtrat
schließlich doch manchmal zur
nachhaltigen Entwicklung führt.
Agenda 21
im Schneckentempo
Die lokale Agenda 21 kommt in
Schongau nur langsam voran. Mit
der Bildung von drei Arbeitskreisen
hat nun auch die erforderliche Ein-bindung
der Bevölkerung in den
Agenda-Prozess stattgefunden.
Dies hatten alle Fraktionen im Jahr
1997 verweigert und lediglich eine
Behandlung des Agenda-Themas
im Bauausschuss vorgesehen. Jetzt,
fast vier Jahre später, ist die Betei-ligung
der Bürger am Agenda-Pro-zess
im Stadtrat immer noch um-stritten.
Nachdem die CSU und die
SPD die Agenda-Arbeit nach lan-ger
Bedenkzeit mehrheitlich unter-stützen,
hat nun die UWV durch ih-ren
Fraktionssprecher F. Holzhey
kräftig auf die Bremse gedrückt.
Akteneinsicht verwehrt
Seit mehr als einem Jahrzehnt ver-suche
ich das individuelle Akten-einsichtsrecht
für alle Stadträte zu
erlangen, aber bisher vergeblich.
Mein erster Antrag vom 15. Mai
1990! wurde damals von allen an-
deren Räten abgelehnt. Ebenso er-ging
es meinem Antrag vom 23.
November 1999. Im Übrigen haben
die Landtags-Grünen vor kurzem
acht Anträge zum Kommunalrecht
eingebracht. Darunter war auch der
folgende: „Die gewählten Vertreter
in den Kommunalparlamenten sol-len
einen individuellen Auskunfts-anspruch
gegenüber der Gemeinde-verwaltung
und ein individuelles
Akteneinsichtsrecht erhalten.“
Fraktionsführer-
besprechungen ohne ALS
Die Fraktionsführerbesprechungen
finden nach wie vor ohne mich statt,
weil der Bürgermeister und die
Fraktionsvorsitzenden Blüml (CSU),
Forster (SPD) und Holzhey (UWV)
lieber unter sich bleiben wollen.
Inzwischen gibt es allerdings Ge-richtsentscheidungen,
wo die Ein-bindung
aller im Stadtrat vertrete-nen
Gruppierungen verlangt wird.
Die Auffassungen in den Ministe-rien
gehen allerdings immer noch
auseinander, ob einzelne Stadträte,
die keiner Fraktion angehören, von
den Fraktionsführerbesprechungen
ausgeschlossen werden dürfen. Da
hilft nur eins: Wir müssen im neuen
Stadtrat zur Fraktion anwachsen,
damit wir nicht mehr ausgeschlos-sen
werden können.
Jagdpachtverträge
Die Verlängerung dieser Verträge
mit den Gebrüdern Holzhey war im
Stadtrat durchaus umstritten. Bei
der Beschlussfassung vom 25. Ja-nuar
2000 gab es aber immerhin 9
Gegenstimmen. Selten wurde vom
Bürgermeister soviel getrickst, um
die Verträge ohne weitere Auflagen
und gegen die Empfehlungen des
Stadtförsters durchzubringen.
Hintergrundinfos: Durch die zu we-nig
intensive Art der Bejagung war
eine Verjüngung der Waldbestände
ohne Einzäunung nicht möglich.
Um Zäune zu errichten und zu kon-trollieren,
waren der Stadt im Ver-tragszeitraum
Kosten in Höhe von
rund 100 000 €uro entstanden. Die
jährlichen Neupflanzungen waren
erheblich.
Gewerbesteuer und die
unveränderten Hebesätze
Seit 1975 ist der auf 320 Prozent-punkte
festgelegte Hebesatz kon-stant,
während im sozialen Bereich
eine Kostenexplosion stattgefunden
hat. Die Kindergarten-Beträge sind
im Vergleich zu 1990 heute etwa
doppelt so hoch. Bei der Hebesatz-Politik
gelten nach Bürgermeister
Dr. Zeller bei jeder Haushaltssit-zung
„Stabilität und Kontinuität“,
was der UWV-Fraktionsführer Fritz
Holzhey gerne und immer kopfni-ckend
zur Kenntnis nimmt, unter-stützt
durch den CSU-Fraktions-führer
Blüml, der stets seinen Stan-dard-
Konter parat hat: „Kühe, die
viel Milch geben, soll man nicht
noch mehr melken.“
Fazit: Großfirmen, die immer we-niger
Beschäftigte haben und im-mer
höhere Gewinne erzielen, sol-len
offenbar auf keinen Fall dazu
gebracht werden, einen höheren
Anteil ihres Reingewinns(!) zu so-zialisieren.
Das war in Schongau
nicht immer so: 1969 stieg der Ge-werbesteuer-
Hebesatz von 290 auf
300 Prozentpunkte. 1975 gabs eine
weitere Steigerung von 300 auf 320.
Seither herrscht die oben beschrie-bene
„Stabilität und Kontinuität“,
die allerdings für keinen anderen
Bereich gilt.
Die Stadt soll ihre Reini-
gungskräfte behalten –
Privatisierung von Reinigungs-
arbeiten gehen zu Lasten aller
Die Stimmung im Stadtrat hat sich
gedreht. Wurde vor kurzem die Pri-vatisierung
von Reinigungsarbeiten
immer mit satten Mehrheiten abge-segnet,
so werden in letzter Zeit
häufiger Stimmen laut, die an den
Reinigungsfirmen Kritik üben. Seit
langem verweise ich auf die Proble-me,
die durch die Privatisierung von
Putzarbeiten entstanden sind. Hin-zu
kommt die völlig unzureichen-de
soziale Absicherung der Reini-gungskräfte.
Fazit: Wer’s billiger
will, bekommt auch eine billige
Leistung!
Sigi Müller, Mitglied des Stadtrats
Aus dem Stadtrat: Wir haben einiges erreicht ...
... aber manches immer noch nicht
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